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Die Landung der Königin von Saaba



Die Komposition dieses Bildes ist ein Kreuz, bestehend aus der Figur der Königin und einem großen Fisch im Hintergrund. Im Zentrum dieses Kreuzes von der Königin gehalten, ein goldener Ring in Gestalt eineraugenlosen Schlange, die sich selbst verzehrt und zugleich wiederhervorbringt - das Uroboro. Das Uroboro ist ein Symbol der Welt im undifferenzierten Urzustand, also der Welt vor dem ersten Schöpfungstag.Auf der Oberseite des Ringes sitzt eine kleine Nixe mit einer Krone. Sie hält ein winzig kleines Etwas in der Hand - einen nicht weiter definierbaren Punkt - das rätselhafte Samenkorn, aus dem alle Dinge entstammen.Fischschwanz und Krone sind die Pole der jenseitigen und der diesseitigen Welt. Sie sind Wurzel und Blüte, die dieses Samenkorn hervorbringen. In der linken oberen Fläche schwebt eine Totenbarke. Darunter liegt auf dem Land die schwarze Schleppe der Königin. Sie ist ein Zeichen der Trauer. Diese Seite des Bildes prägt auch der Kopf des großen Fisches. Eine Spirale umgibt das Auge des Fisches. Sie verläuft im Uhrzeigersinn betrachtet von außen nach innen und endet im schwarzen Zentrum des Auges. Es ist ein Zeichen der ablaufenden Lebenszeit, die mit dem wahren Sehen der Dinge endet.Auf der rechten Seite des Bildes schwebt eine Wolke am Himmel, sie erinnert in ihrer Form und warmen Farbigkeit an etwas Lebendiges –vielleicht an eine Muschel die in Beziehung zu der darunter liegenden Perlesteht. Diese Perle war zugleich Inhalt des Uroboro. Sie wurde von ihm umschlossen. Die Perle ist Symbol der Einheit der Welt. Diese Seite des Bildes steht für den Beginn des Lebens - die Geburt.Das Uroboro ist als goldener Ring auch Zeichen der bevorstehenden Hochzeit der Königin von Saba mit König Salomon. König Salomons Verzweiflung am rationalen Denken, an den Konsequenzen der reinen Logik, findet mit dieser Hochzeit ein Ende. Salomon erfährt die Wirklichkeit als Einheit aus Rationalem und Irrationalem, die sich in derVereinigung von ich und du vollzieht.

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