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Christus vor Pilatus



Jeder kennt die Szene in der der gefangene Christus vor dem römischen Statthalter Pilatus steht. Pilatus wäscht der Geschichte nach seine Hände in Unschuld, bevor er Jesus dem Urteil der jüdischen Priesterschaft überlässt. Christus wurde bereits ausgepeitscht, mit einem Purpurmantel bekleidet und mit einer Dornenkrone als König der Juden gekrönt.

Auf diesem Bild stehen sich Christus und Pilatus gegenüber.

Die Dornenkrone - die Qual des sehenden Geistes - habe ich auf diesem Bild als weinendes Auge dargestellt. Christus sieht die inneren Verwundungen seines Gegenübers, sieht die Spuren der Geiselung der Seele, die Pilatus wiederfahren ist, und ihn veranlasst seinerseits Christus geiseln zu lassen.

Das Wasser kreist in der Schüssel, in der Pilatus seine Hände in Unschuld wäscht. Pilatus hat jede Verantwortung abgegeben, ist nicht mehr in der Lage den Kreislauf seiner Gedanken und seines Handelns zu durchbrechen.

Die Tränen des Auges fließen in diese Schüssel Tiefes Verstehen und echtes Mitfühlen vermögen die Schüssel zum Überlaufen zu bringen und Pilatus aus der Situation eines gut funktionierenden lebenden Toten (vom Geier beherrschten) befreien.

Christus ist gefesselt. Die Schlange - Symbol der Erkenntnis - schlingt sich um seine Handgelenke, zwingt ihn zum „Handeln im nicht Handeln“. Doch ist diese Schlange zugleich Spirale einer Entwicklung – lebendiges Gegenstück zum kreisenden Wasser in der Schüssel.












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